EXLIBRICUM

Über Bücher, Bibliophile, Exlibris und Tee

Plautilla Augusta oder eine gefährliche Ehe

Heute schreibe ich mal ausnahmsweise nicht über Bücher, sondern über eine Münze, über eine kleine, gerade mal knapp 18 mm Durchmesser erreichenden silbernen Denar aus Rom.

„In einer Münze sieht man nur das, was man weiß“, ist ein bekannter Spruch vieler Numismatiker. Denn erst dann, wenn man sie versteht, erzählen Münzen ihre Geschichte. Häufig sehr spannende, wenn nicht sogar bewegende Geschichte.

Dieser kleine, silberne Denar wurde irgendwann um 202 nach Christus im Rom geprägt, ist damit daher fast zwei tausend Jahre alt. Alleine die Vorstellung, was diese Münze in dieser unglaublich langen Zeitspanne erlebt hatte, dürfte für Gänsehaut sorgen. Als sie geprägt wurde, gab es die meisten unserer Städte noch gar nicht, wilde Barbarenhorden zogen durch die dunklen Wälder Mitteldeutschlands, Amerika war noch gar nicht entdeckt und viele Menschen hielten die Welt für eine Scheibe.

Abgebildet auf der Vorderseite ist eine junge Dame um typisch römischen Profil. Sie ist offenbar noch sehr jung, hübsch, zierlich und schlank. Ihre grazile Silhouette lässt sich an dem wunderschönen Nacken erahnen, kaum bedeckt durch eine kunstvolle Frisur. PLAVTILLA AVGVSTA steht um Kreis um sie, Plautilla Augusta in unserer Schreibweise. (more…)

Tee beim Lesen? Ja, aber nur aus Porzellan!

Zugegeben gehöre ich im Büro zu den Teetrinkern, welche sich mit einem großen Becher und Automatenwasser den Beutel-Earl-Grey gut schmecken lassen. Aber nur aus Zwang, denn eigene Wasserkocher sind leider verboten und mein kleiner, leicht zu versteckender Tauchsieder seit dem Umzug nicht mehr auffindbar ist.

Was im Büro aber Pflicht ist, muss längst im Hause keine Notwendigkeit sein. (more…)

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Die Geschichte hinter einem Exlibris: Stanislaw Cywinski

Stanislaw Cywinski DML

Dass Exlibris auch eine Geschichte erzählen können, eine spannende Geschichte noch dazu, bestätigte sich wieder einmal, als ich in einem Antiquariat eine wunderschöne Gesamtausgabe des polnischen Autor Stanislaw Wyspianski gefunden habe.

Jeder einzelne der dicken Wälzer war mit einem schönen Exlibris eines Stanislaw Cywinski versehen. Der Name kam mir sogleich bekannt vor, ich war sicher, vor kurzem über ihn gelesen haben zu haben, doch erst weitere Recherche ergab, welche faszinierende Geschichte sich mit diesem Bücherzeichen verbindet.

Stanislaw Cywinski, der einstige Besitzer dieser Wyspianski-Ausgabe, wurde am 29. August 1887 in Mohylewie geboren, einer Stadt in Weißrussland, an dem Fluss Dnjepr.
Bereits als junger Mann arbeitete er bereits als Lehrer für Polnisch und beschäftigte sich sehr intensiv mit Literatur, auch unter der deutschen Besatzung der Stadt Vilnius, in der er damals gelebt hatte. Nach 1918 wurde er zum Professor der Philosophie an der Universität Stefan Batory berufen, ein Beweis, wie einfach es einst sogar fachfremden Menschen war, höhere akademische Weihen zu bekommen. (more…)

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Die Welt eines Bibliophilen, oder: Warum dieser Blog?

Es gibt unzählige Blogs mittlerweile in den weiten des Internetes und auch ich habe schon früher diverse Blogs geführt (und führe immer noch heute). Warum also ein neuer und was soll sein Anliegen sein?

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